Gedichte

Sonntag, 30. April 2017

April, April!

April! April!
Der weiß nicht, was er will.
Bald lacht der Himmel blau und rein,
bald schaun die Wolken düster drein,
bald Regen und bald Sonnenschein!
Was sind mir das für Sachen,
mit Weinen und mit Lachen
ein solch Gesaus zu machen!
April! April!
Der weiß nicht, was er will.

O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee
und schneit mir in den Blütenbaum,
in all den Frühlingswiegentraum!
Ganz greulich ist´s, man glaubt es kaum:
Heut Frost und gestern Hitze,
heut Reif und morgen Blitze,
das sind so seine Witze!
O weh! O weh! Nun kommt er gar mit Schnee!

Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Und treibt der raue Wintersmann
auch seinen Freund, den Nordwind, an
und wehrt er sich, so gut er kann -
es soll ihm nicht gelingen:
Denn alle Knospen springen,
und alle Vögel singen.
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Heinrich Seidel
(1842-1906)

Der April 2017 hat sich an die Vorgaben gehalten.

Samstag, 14. Dezember 2013

Das sicherste Versteck

Von dem großen indischen Weisheitslehrer Anthony de Mello gibt es Geschichten „für jeden Tag.“. Unter der Überschrift: „Das sicherste Versteck“ ist Folgendes zu lesen:

Der Meister wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. Man erzählte, dass Gott selbst einmal seinen Rat einholte. Gott sprach:

„Ich möchte mit den Menschen Versteck spielen. Ich habe meine Engel gefragt, wo man mich am besten verstecken könnte. Einige sagten, in der Tiefe des Ozeans, andere auf dem höchsten Berggipfel, wieder andere auf der erdabgewandten Seite des Mondes oder auf einem fernen Stern.

Was schlägst du vor?“

Der Meister sagte:

„Verbirg dich im menschlichen Herzen, das ist der letzte Ort, an den sie denken werden.“

Dienstag, 3. Dezember 2013

Abendrot

am 02.12.2013 kurz nach 17 Uhr am Rhein



Dazu passt auch das Gedicht aus Kindertagen.

Kiek is, wat is de Himmel so rot,
dat sünd de Engels, dei backt dat Brot,
dei backt den Wiehnachsmann sien Stuten
vöör all de lütten Leckersnuten.

Nu flink de Tellers ünners Bett
un legt jou henn un west recht nett
de Sünnerklaas steiht vör de Dör,
de Wiehnachsmann, de schickt em her.

Wat de Engels hevt backt,
dat shöt jii probeirn
und smeckt dot good, dann hört se dat gern
un de Wiehnachsmann smunzelt, nu backt man mehr
ach, wenn doch erst mol Wiehnachten wär.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Das wäre schön...

Zum Vergrößern rechte Maustaste klicken und "Grafik anzeigen" (Firefox)

Die letzten Zeilen eines Trostgedichtes:

...und wenn dann der Himmel aufreissen würde ganz plötzlich
neue Wege sich auftun hinter dem Horizont
das wäre schön.
Carola Moosbach

Samstag, 30. Mai 2009

Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken

Distelfalter

Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein, ungestört von Furcht, die Nacht entdecken.



Carlo Karges (1951-2002) hat diesen Text 1977 geschrieben. Er war Mitglied der Rockband Novalis.
th_butterflyaga

Das vollständige Gedicht ist - ab Sequenz 30 - hier nachzulesen bzw. von Novalis gesungen anzuhören:

Donnerstag, 28. Mai 2009

De Pingsttour

Nur wenige Tage, dann ist Pfingsten.
Erinnerungen an früher kommen hoch.
Wenn wir allesamt am Radio saßen und Hein Köllisch lauschten, der das Lied "De Pingsttour" zum Besten gab.
Waren das noch Zeiten...!

Plattdeutsch...! Wie gerne höre ich den Leuten im Norden zu, wenn ich mich dort aufhalte. Ich selbst beherrsche die Sprache nicht mehr so gut, um sie fließend sprechen zu können.

Kein Wunder. Bin ich doch ausschließlich von Leuten umgeben, die Hochdeutsch, "Kowwelenz"(-erisch?) oder (für mich) ähnliche klingende Dialekte sprechen.


De Pingsttour

To Pingsten, ach wie scheun, - wenn de Natur so greun,
un all'ns na buten geiht, dat is een wohre Freid!
besünners vör de Göörn, - de heurt man räsoneern:
Weur Pingstn doch erst bloß- denn goht wie los!
Kümmt nu Pingstobend ran, - denn geiht'n Leben an,
de Mudder seept de Görn - vun achtern un vun vörn,
sünds wuschen nu un kämmt, - denn kreegt se`n reinet Hemd,
un denn geiht mit Gejuch - rin in de Puch!
De Vadder nu ton anner'n Morg'n - deit sick mit Proviant versorg'n:
Eier, Käs, Wust un Schinken, - ook verschiedenerlee to drinken.
Dormit keen Minsch de Tied verslopt, - treckt he noch den Wecker op,
un anner'n Morgen gegen soß, - dor schippert los de Troß.

De Vadder geiht voran, - een witte Maibüx an,
sien Jung kummt in de Mitt, - natürlich ook in Witt,
dorbi hebbts op den Kopp - een fien'n Strohhoot op,
all'ns sauber un mit Schick, - grood wie gelickt.
Un nu kummt achterher - mit't allerlüttste Göör,
in groot'n Kinnerwog'n - de Mudder angeschob'n.
De Dochter mookt den Sluß, - stolt, voller Hochgenuß,
in Arm mit ehren Freier, - een Piependreiher.
Een jeder, wehrnd se nu marscheert, op eeg'ne Fuust sick amüseert:
De Vadder vör, de kippt sick een, - de Jung dor achter grapst Sireen,
de Mudder mutt so in' Gedräng'n - den Lüttsten öfter dreug mol legg'n,
dat Liebespoor kummt achterher, de snackt von em un ehr.

So geiht't bitt Quellndol, - dor leggt man sick nu dohl
in't scheune weeke Moos, - nu geiht dat Futtern los.
Een jeder matt un meud - langt no de Bodderbreud,
se fallt doröber her - grood as so'n Bär.
Dormit dat beter rutscht, - ward ut de Buddels lutscht,
de Vadder un de Söhn, - de hollt sick an den Kööm,
un ook de Piependreiher - is op den Buddel Freier,
de Dochter un de Froo - mookt't ebenso.
Bi lütt'n ward de Krom fidel, - man heurt jem sing'n ut vuller Kehl:
Vun Edelweiß, de Wacht am Rhein, de Fischerin un Komm' Se rein!
De anner Siet de blarrt jedoch: Lebt denn meine Male noch?
Im Grunewald ist Holzauktion! Un denn noch Revolutschon.

Op eenmol, wie gemeen, - ehr eener sick versehn,
dor kummt vun boben dohl - een Regen kollosol!
De ganze Minschenschwarm - de kummt nu in Marm,
de Froonslüd kriescht un jucht, - de Mannslüd flucht.
De Vadder springt nu op, - glitscht ut unfallt dorop
grood op den Kinnerwogen, - de kippt un fallt in Groben.
He mit sien witte Büx - recht in so'n deebe Pfütz,
mitsamt dat lüttje Göör, - wat een Malheur!
Een jeder socht nu Schutz to finn', de Minschen rennt dorch dick un dünn,
de Mäkens un de Froons vorop mit all' de Röck' hoch boben Kopp.
De Anblick is sehr int'ressant! Worum, dat liggt klor op de Hand:
Bi sowat kriggt man, wie ick meen, verscheedenerlee to sehn.

Na endlich, no den Suus, - dor geiht dat nu to Huus,
de Vadder un sien Söhn - sünd nüdlich antosehn,
de scheune witte Büx - süht ut wie Stebelwix,
de Strohheud sünd so slapp - wie oles Papp.
De Brögam un de Brut, - de seht erst lecker ut!
De harr'n, wat sull'n se mooken, - sick beid' in't Hei verkropen.
Dat allerlüttste Göör - weur dorchnatt dör un dör,
de Mudder weur so natt - as wie so'n Katt.
De een schuwt achtern annern her grood wie de Geus, se könt nich mehr!
Un dorbi alle Ogenblick verswind mol eener achtern Knick.
Grood wie gerädert un half dood kummt se denn endlich an de Bood.
So ward in Hamborg Pingst'n fiert un sick fein amüsiert.

Hein Köllisch (1857 - 1901)



th_memymonky

Dienstag, 19. Mai 2009

Butterblume

Blues

Wenn du nicht froh kannst denken.
Obwohl nichts Hartes dich bedrückt,
Sollst du ein Blümchen verschenken
Aufs Geratewohl von dir gepflückt.

Irgendein staubiger, gelber, -
Sei's Hahnenfuß - vom Wegesrand.
Und schenke das Blümchen dir selber
Aus linker Hand an die rechte Hand.

Und mache dir eine Verbeugung
Im Spiegel und sage: "Du,
Ich bin der Überzeugung,
Dir setzt man einzig schrecklich zu.
Wie wär's, wenn du jetzt mal sachlich
Fleißig einfach arbeiten tätst?
Später prahle nicht und jetzt lach nicht,
Daß du nicht in Übermut gerätst."


Joachim Ringelnatz . 1883 - 1934

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Tipp am Rande

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